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Bischof Mixa zieht Konsequenzen und geht! Volker Labes, Berlin 25.06.2010 23.Juni 2010, 11:29 Uhr! Eine Volontärin der bischöflichen Pressestelle verschickt in dem Moment diese Information! Am Mittwoch wurde eine „Gemeinsame Erklärung zwischen Augsburger Bistumsleitung und Bischof em. Dr. Walter Mixa“ öffentlich. Die Menschen haben es satt, ständig neue Enthüllungen über den im April zurückgetretenen - und dann doch nicht zurückgetretenen - Augsburger Bischof erfahren zu müssen. Nach und nach stellte sich heraus: Mixa hat Heimkinder und Ministranten geschlagen, Gelder einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet und wiederholt öffentlich gelogen. Viele der bekannt gewordenen Vorwürfe galten jahrelang als offenes Geheimnis. Zur Räson brachte Mixa nie jemand. Es wurde geschwiegen und getuschelt. Dass er Alkoholprobleme hat und allem Anschein nach psychisch labil ist; dass er junge Männer, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihm standen, gerne berührte und es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll - all das ergab in den vergangenen Wochen das Bild eines Menschen mit fragwürdigem Lebenswandel. Es entwickelte sich allmählich, wie ein Polaroid-Foto. Mixa aber, der so verehrte wie verhasste Bischof, blieb uneinsichtig. Am Mittwoch also wurde öffentlich, was Vertreter der Bistumsleitung mit Mixa und zwei Rechtsanwälten am Dienstagabend beschlossen - eine „einvernehmlich gefundene Fünf-Punkte-Erklärung“. Deren wichtigste Botschaft: Mixa stellt seinen Rücktritt nicht mehr infrage, auch nicht bei seinem Gespräch mit dem Papst Anfang Juli in Rom, und verlässt das Bischofspalais. Zudem distanziert er sich von seinen Anklagen, führende Geistliche hätten ihn zum Rücktritt gedrängt. Damit wird jeglicher Verschwörungstheorie der Boden entzogen. Jeglicher? In konservativen Internetforen wird bereits von einem „erzwungenen Geständnis“ geflüstert, oder dass „Fluchtbischof“ Mixa eingeknickt sei. Andere sind enttäuscht, weil ihnen Mixas Bitte um Verzeihung nicht konkret genug ist. Tatsächlich geht Mixa in einem offenen Brief nicht auf einzelne Vorwürfe ein. „Ich habe sicher auch viele Fehler gemacht, obwohl ich niemanden in irgendeiner Weise verletzen oder beschädigen wollte“, schreibt er.
Seine Zukunft sieht er in der Seelsorge.
Der Heilige Vater habe ihm „in seinem sehr liebevollen
Brief“ mitgeteilt, dass er „immer Bischof bleibe“ und
„in unterschiedlicher Weise auch geistlich für viele
Menschen da sein“ könne. Sein Brief schließt mit den
Worten: „Mit ganz herzlichen Versöhnungs- und
Segensbitten bin ich Walter Mixa.“ Schwer vorstellbar,
dass damit alles gesagt ist. |
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