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Altkanzler Schmidt über Merkels Politik: „Töricht“! Volker Labes, Berlin 24.06.2010 Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ungewöhnlich scharf angegriffen. Ihre Finanzmarktstrategie sei "zum Schieflachen", sagte Schmidt dem Magazin "Cicero". Merkels Versuch, mit dem Verbot sogenannter Leerverkäufe globale Spekulationsgeschäfte einzudämmen, ist sinnlos, da diese Geschäfte dann außerhalb Deutschlands getätigt werden. "Ich hoffe, dass sie weiß, dass es Unfug und wirkungslos ist." Auf dem G20-Gipfel am Wochenende in Kanada will Merkel für eine schärfere Finanzmarktregulierung werben. Schmidt unterstellt der Schwarz-gelben Bundesregierung "einen Hang zur wilhelminischen Großspurigkeit". Die Art und Weise, wie sie in den letzten Monaten mit den Franzosen umgegangen sei, sei "töricht". Zwischen Deutschland und Frankreich hatte es Differenzen in der Frage gegeben, ob die EU-Staaten ihre Wirtschaftspolitik stärker miteinander abstimmen müssten. Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten Berichte über starke Verstimmungen im deutsch-französischen Verhältnis allerdings zurückgewiesen. Schmidt attestiert Merkel in diesem Zusammenhang "Geltungsbedürfnis". Scharfe Kritik übte der 91-Jährige zudem an der Erweiterung der Europäischen Union auf 27 Staaten. "Es ist so klar wie dicke Tinte, dass dies nicht funktionieren kann", meinte Schmidt. Die Kommission in Brüssel mit 27 Kommissaren sei ein "Aberwitz". "Jeder Kommissar hat noch 1000 Leute unter sich. Das ist absoluter Unfug." |
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