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Lufthansa
Piloten wollen streiken!
Volker
Labes, Berlin
17.02.2010
Am heutigen
Mittwoch wird in Frankfurt am Flughafen um fünf vor zwölf das
Ergebnis der Urabstimmung bekannt gegeben. Die Pilotengewerkschaft
Vereinigung Cockpit (VC) hat zu einer Pressekonferenz geladen. Alles
andere als ein Votum für einen Arbeitskampf wäre eine dicke
Überraschung. Damit könnte noch in dieser Woche das Chaos bei
Deutschlands größter Airline ausbrechen.
Für die
Lufthansa käme ein Arbeitskampf zu einem denkbar ungelegenen
Zeitpunkt. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 steckt die Branche in
einer schweren Krisen. Auch Deutschlands Vorzeige- Airline muss
eisern sparen, um nicht ins Trudeln zu geraten. Aber das
interessiert, wie bereits bei der Bahn gesehen, die Gewerkschaften
nicht. Immer heftiger wird die Konkurrenz der Billigflieger auf den
europäischen und innerdeutschen Strecken. Was aber den Tarifstreit
mit Cockpit so unkalkulierbar macht, ist die Tatsache, dass es um
mehr geht als höhere Einkommen für die Angestellten am
Steuerknüppel.
Das wichtigste Anliegen der
Pilotenvereinigung ist Mitsprache. Vorsorglich haben die gut
bezahlten Piloten daher im Dezember eine Nullrunde angeboten, um
nicht wieder öffentlich der Gier bezichtigt zu werden. Gleichzeitig
wurde die Urabstimmung über einen Streik eingeleitet Die
Flugzeugführer, vertreten durch den Chef ihrer Tarifkommission, den
ehemaligen VC-Präsidenten Thomas von Sturm, wollen künftig auf jeden
Fall noch mehr mitbestimmen, wer zu welchem Gehalt welches Flugzeug
im Konzern fliegen darf. Dazu gehören zum Beispiel die
Einsatzbedingungen von neuen Jets wie der hundertsitzigen Embraer
190. Bei Gründung der Lufthansa-Tochter Cityline war zwischen
Lufthansa und Piloten vereinbart worden, dass auf Strecken der
Regionallinie nur Flugzeuge mit bis zu 70 Sitzen fliegen dürfen.
Größere Modelle können dagegen nur von Konzernpiloten gesteuert
werden, die mehr Geld verdienen als ihre Kollegen bei der Cityline.
Das Lufthansa-Management will die neuen Flugzeuge aber gerade
deshalb bei der Citylinie einsetzen, um so im Regionalverkehr Kosten
zu sparen. Ein großer Teil der Konzernpiloten fürchtet aber, dass
das Management über den Umweg Cityline die Gehälter bei der so
genannten Lufthansa-Classic absenken will oder gar Arbeitsplätze von
Piloten in Gefahr sind. Das Management bestreitet, dass es solche
Pläne gibt und will noch mehr Mitbestimmung nicht zulassen.
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