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Öko-Strom ist gut, aber nicht für alle!

Alle deutschen Haushalte müssen im kommenden Jahr deutlich mehr für den Strom bezahlen. Grund ist eine massive Erhöhung der Pflichtabgabe für den Ausbau erneuerbarer Energien. Sie soll, wie gestern bekannt wurde, von jetzt gut zwei Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom auf 3,5 Cent steigen - eine Erhöhung um 70 Prozent.


Berlin 15.10.2010

Text und Foto: Volker Labes, Berlin

Das kann für eine Durchschnittsfamilie Strom-Mehrkosten von bis zu 112 Euro pro Jahr oder knapp zehn Euro pro Monat mit sich bringen. Denn die meisten Versorger werden die staatlich verordnete Preiserhöhung ganz oder teilweise an ihre Kunden weitergeben. Strom aus Sonnenenergie, Wasserkraft oder Wind wird laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland seit dem Jahr 2000 gefördert. Doch die Subventionen kommen nicht aus Steuergeldern. Vielmehr berechnen die vier großen Netzbetreiber jedes Jahr die Kosten neu, die die nicht wettbewerbsfähigen Öko-Energien verursachen, und legen sie auf die Verbraucher um. Hauptgrund für den deutlichen Anstieg dieser EEG-Umlage ist der Boom der Solarenergie. "Zu Beginn der Förderung war es richtig, Erbauern von Anlagen eine 20 Jahre andauernde Vergütung für jede produzierte Kilowattstunde Strom zu garantieren.

Ohne diese Unterstützung wären die erneuerbaren Energien nicht so gut vorangekommen wie jetzt", sagte Pieter Wasmuth, Vattenfall-Chef von Hamburg, im Abendblatt-Interview. "Aber inzwischen birgt die 20-jährige Garantie eine Gefahr. Denn mit zunehmenden Erzeugungskapazitäten baut sich eine irrsinnige Welle an Kosten auf, die auf uns, die gesamte Gesellschaft zurollt." Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace, kontert: "Das deutsche EEG-Gesetz ist die weltweit erfolgreichste Fördermaßnahme für erneuerbare Energien." Im Vergleich zur staatlichen Subvention von konventionell erzeugtem Strom sei der Öko-Beitrag derzeit nur bescheiden. "Allein in die Atomenergie sind in den vergangenen Jahren mehr als 200 Milliarden Euro an Fördermitteln geflossen. Hinzu kommen weitere staatliche Hilfen für die Kohlekraftwerke." Verbraucherschützer Krawinkel fürchtet, dass die Öko-Abgabe bald bei fünf Cent liegt.
 


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