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Berlin
15.10.2010
Text und Foto: Volker Labes, Berlin
Das kann für eine Durchschnittsfamilie Strom-Mehrkosten
von bis zu 112 Euro pro Jahr oder knapp zehn Euro pro
Monat mit sich bringen. Denn die meisten Versorger
werden die staatlich verordnete Preiserhöhung ganz oder
teilweise an ihre Kunden weitergeben. Strom aus
Sonnenenergie, Wasserkraft oder Wind wird laut dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland seit
dem Jahr 2000 gefördert. Doch die Subventionen kommen
nicht aus Steuergeldern. Vielmehr berechnen die vier
großen Netzbetreiber jedes Jahr die Kosten neu, die die
nicht wettbewerbsfähigen Öko-Energien verursachen, und
legen sie auf die Verbraucher um. Hauptgrund für den
deutlichen Anstieg dieser EEG-Umlage ist der Boom der
Solarenergie. "Zu Beginn der Förderung war es richtig,
Erbauern von Anlagen eine 20 Jahre andauernde Vergütung
für jede produzierte Kilowattstunde Strom zu
garantieren.
Ohne diese Unterstützung wären die erneuerbaren Energien
nicht so gut vorangekommen wie jetzt", sagte Pieter
Wasmuth, Vattenfall-Chef von Hamburg, im
Abendblatt-Interview. "Aber inzwischen birgt die
20-jährige Garantie eine Gefahr. Denn mit zunehmenden
Erzeugungskapazitäten baut sich eine irrsinnige Welle an
Kosten auf, die auf uns, die gesamte Gesellschaft
zurollt." Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace,
kontert: "Das deutsche EEG-Gesetz ist die weltweit
erfolgreichste Fördermaßnahme für erneuerbare Energien."
Im Vergleich zur staatlichen Subvention von
konventionell erzeugtem Strom sei der Öko-Beitrag
derzeit nur bescheiden. "Allein in die Atomenergie sind
in den vergangenen Jahren mehr als 200 Milliarden Euro
an Fördermitteln geflossen. Hinzu kommen weitere
staatliche Hilfen für die Kohlekraftwerke."
Verbraucherschützer Krawinkel fürchtet, dass die
Öko-Abgabe bald bei fünf Cent liegt.
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