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Volker Labes, Berlin 13.09.2010 Bärbel Bohley hat es sich und anderen nie leicht gemacht.Ob als Künstlerin, in deren Arbeiten stets auch ihr politisches Engagement zum Ausdruck kam; ob als DDR-Bürgerrechtlerin, die stets hartnäckig und streitbar für das eintrat, was ihr wichtig war. Am Samstag erlag Bohley im Alter von 65 Jahren in Berlin einem Krebsleiden. Die überzeugte Pazifistin Bohley gehörte zu den führenden Oppositionellen gegen das SED-Regime und hatte mehrfach im Gefängnis gesessen. 1989 gründete sie die Bürgerbewegung Neues Forum mit. Die Organisation ging später im Bündnis 90 auf und mit diesem dann in den Grünen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die selbst in der DDR aufgewachsen war, zeigte sich „zutiefst betroffen“ von Bohleys Tod. „Für viele, auch für mich, waren ihr Mut und ihre Geradlinigkeit beispielhaft. Ich behalte sie in Erinnerung als eine Persönlichkeit, die die friedliche Revolution und den Weg zur deutschen Einheit ermöglicht hat“, fügte Merkel hinzu. „Wir Deutsche sind Bärbel Bohley zu Dank verpflichtet.“ (Und aus heutiger Sicht nicht nur wir Deutschen! Anm. d. R.) Bärbel Bohley hatte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert und arbeitete später in Ost-Berlin als freischaffende Malerin. 1983 wurde sie erstmals wegen „landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“ verhaftet. Zusammen mit Ulrike Poppe, der heutigen Beauftragten für die Stasi-Akten in Brandenburg, wurde sie im Stasi-Gefängnis Berlin- Hohenschönhausen eingekerkert. Für das SED-Regime galt die streitbare Künstlerin als kaum ruhig zu stellender Störfaktor. Deswegen wurde sie 1988 abgeschoben: Nach ihrer Teilnahme an einer Demonstration zum Jahrestag der Ermordung der Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, wo Dissidenten mit einem Luxemburg-Zitat die Freiheit Andersdenkender einforderten, musste Bohley nach Großbritannien ausreisen. Nach sechs Monaten erzwang sie ihre Rückkehr in die DDR. 1989 gründete Bohley das Neues Forum mit. Vor genau 20 Jahren, im September 1990, besetzte Bärbel Bohley zusammen mit anderen Aktivisten das Stasiakten-Archiv in der berüchtigten Berliner Normannenstraße. So erzwangen die damaligen Protestler letztendlich die später gesetzlich geregelte Einsicht in die Stasiakten. Nach dem Mauerfall organisierte die Künstlerin in den 1990er Jahren in ihrer Berliner Wohnung „Montagsrunden“, um zu verhindern, dass alte DDR-Seilschaften wieder mächtig werden. Dort empfing sie auch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).
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