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Ratzinger beichtet!
Volker
Labes, Berlin
11.03.2010
Aber
nicht der Papst ist gemeint, sondern sein Bruder. Der langjährige
Leiter der Domspatzen, Georg Ratzinger, hat zugeschlagen - und
reagierte nicht, als er von Misshandlungen hörte.30 Jahre lang stand
der Bruder von Papst Benedikt XVI. an der Spitze der Regensburger
Domspatzen. Lange hat er sich zurückgehalten, zu Beginn noch davon
gesprochen, dass die Missbrauchsvorwürfe "eine gewisse
Feindseligkeit gegen die Kirche" erkennen lassen. Mancher hege die
"bewusste Absicht", sich gegen die katholische Kirche zu äußern,
sagte der Papstbruder einer Zeitung. Doch in den vergangenen Tagen
wurden immer mehr Missbrauchsvorwürfe von ehemaligen Domspatzen
laut.
Immer mehr Schüler meldeten sich, berichteten von Schlägen in der
Vorschule mit dem Schlüsselbund, mit einem Stuhl. Von Prügeln als
systematische Erziehungsmethode auch noch Anfang der neunziger
Jahre. Die Schläge kamen häufig von Schulleiter Johann Meier. Der
habe den Schülern das Gefühl gegeben, in einem "Straflager" gelandet
zu sein. Alle diese Vorwürfe fallen in Ratzingers Amtszeit als
Domkapellmeister, als Leiter der Domspatzen. Die Schüler berichteten
auch, dass Ratzinger mehrmals die Vorschule besucht habe.
Er
gibt zu, von Prügeln in der Internatsvorschule gewusst zu haben.
"Mir war bekannt, dass Direktor Johann Meier sehr heftige Ohrfeigen
verteilt hat", sagte er der Passauer Neuen Presse. Einige
Domspatzen hätten ihm auf Konzertreisen davon erzählt. "Aber ihre
Berichte sind bei mir nicht so angekommen, dass ich glaubte, etwas
unternehmen zu müssen." Er verurteile das Geschehene heute umso mehr
und bitte die Opfer um Verzeihung.
Johann Meier leitete
die Vorschule von 1953 bis 1992 - die Amtszeiten von Meier und
Ratzinger überschneiden sich zu großen Teilen. Ratzinger stand von
1964 bis 1994 an der Spitze der Domspatzen.
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