|
Meldungen
über Kindesmissbrauchsfälle reißen nicht ab!
Volker
Labes, Berlin
11.03.2010
Ist
Deutschland so schlimm? Wird die Macht, oder die Autorität, immer
wieder ausgenutzt? Diese Frage lässt sich zumindest in vergangenen
Zeiten mit ja beantworten!
Denn
in Deutschland werden immer mehr Verdachtsfälle von sexuellem
Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bekannt. In einem früheren
Jungen-Internat des Bistums Mainz im hessischen Bensheim sollen in
den sechziger und siebziger Jahren Schüler durch zwei Täter sexuell
missbraucht und misshandelt worden sein. Einer der Verdächtigen sei
der damalige Leiter, der andere ein Priester, teilte ein Sprecher
des Bistums mit. Sie sollen unter anderem Schüler aus nichtigen
Anlässen geprügelt haben.Anzeige
Das
Knabenkonvikt war ein Internat für Schüler eines Bensheimer
Gymnasiums, das laut Bistum 1981 aus "wirtschaftlichen und
pädagogischen Gründen" geschlossen wurde. Das Bistum Mainz bat
ehemalige Schüler, sich an das Bistum oder die zuständige
Staatsanwaltschaft Darmstadt zu wenden, wenn sie Kenntnisse über die
damaligen Vorgänge haben. Das Bistum zeigte sich tief betroffen und
bot allen Opfern angemessene Hilfe und Begleitung an. Nach Auskunft
des Sprechers hat sich bisher kein Opfer von sexuellem Missbrauch
gemeldet, aber ein Opfer von Misshandlungen durch den Priester.
Weitere Hinweise ergäben sich aus Äußerungen eines früheren
Mitarbeiters. Das Bistum Mainz erstreckt sich mit zwei Dritteln
seines Gebiets auf Hessen.
Derweil berichtet die Leipziger Volkszeitung von einem ersten
Fall in Sachsen. Nach Angaben eines ehemaligen Bewohners des
Eilenburger Ernst-Schneller - Heims für sogenannte
erziehungsauffällige Kinder ist es dort in den Jahren 1970 bis 1980
täglich zu sexuellen Übergriffen gekommen. So hätten sich die Kinder
zum Beispiel nackt ausziehen und zum Duschraum laufen müssen. Dabei
seien einzelne Kinder geschlagen und auch teilweise im Intimbereich
berührt worden. Nach der Wiedervereinigung hatte die Caritas das
Heim im Jahr 1994 übernommen. Der heutige Leiter sagte der Zeitung,
er könne die aktuellen Vorwürfe nicht ausschließen, und erklärte
sich bereit, für eventuelle Opfer zur Verfügung zu stehen.
|