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Prozess gegen Kinderpornoring Volker Labes, Berlin 09.10.2010 Am vierten Verhandlungstag vor dem Darmstädter Landgericht erklärte ein 45-jähriger Angeklagter, Geophysiker und Lehrer, 68 Dateien mit Fotos und Videos kinderpornografischen Inhalts besessen zu haben. "Es sind Bilder, um die es geht, kein Missbrauch," sagte der Bremerhavener. Als die Staatsanwaltschaft Protokolle von Internetgesprächen erwähnte, erwiderte der Angeklagte: "Nehmen Sie doch nicht alles so ernst, was da geschrieben wird." In Darmstadt müssen sich neun Männer vor Gericht verantworten. Die 31 bis 58 Jahre alten Angeklagten wurden im September 2009 festgenommen und 6 von Ihnen sind seitdem in Untersuchungshaft. Laut Anklage tauschten die Männer im Internet auf abgeschotteten Servern mit rund 500 Nutzern Links und Dateien aus, die missbrauchte Kinder und Säuglinge zeigten. Fast alle haben Geständnisse angekündigt. Der Geophysiker räumte außerdem ein, für den geheimen Internet-Treffpunkt "Lighthouse" verantwortlich gewesen zu sein. Er habe diesen eingerichtet. Bei einem anderen abgeschotteten Chat mit Namen "Sonneninsel" habe er als technischer Berater fungiert. Am vergangenen Donnerstag hatte ein Oberfeldwebel der Bundeswehr gestanden als Administrator jahrelang solche pädophile Plattformen aufgebaut zu haben. Auf meist ausländischen Servern fänden Zutritts berechtigte Nutzer Links zu Bildern und Videos, die missbrauchte Kinder zeigen und unterschiedlichste Vorlieben bedienten, sagte der 33 Jahre alte Soldat Frank J. aus Schwerin. Mindestens drei der anderen Angeklagten habe er über die von ihm eingerichteten Communitys im Internet kennen gelernt. J. pflegte im Netz nach eigenen Angaben regelmäßigen Kontakt zu anderen Pädophilen, unterhalten habe man sich auch über Skat oder Fußball. Er habe sich keine Gedanken gemacht, wie die Bilder von missbrauchten Kindern entstanden waren, sagte der Feldwebel auf Nachfrage des Gerichts. Zwei weitere Angeklagte gestanden bereits, selber dutzendfach Kinder missbraucht zu haben. Einer von ihnen ist der 57 Jahre alte Ludger G. Er räumte den mehr als 20-fachen sexuellen Missbrauch dreier Kinder ein. Die Verteidigung stellte seit Prozessbeginn mehrere Anträge, die zu einer Verzögerung des Verfahrens geführt haben - alle wurden vom Gericht abgelehnt. Es gibt noch Verhandlungstermine bis Mitte Dezember.
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