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Menschenhändlerring durch Polizei zerschlagen!

Der  Polizei in Bonn ist ein Schlag gegen den organisierten Menschenhandel auf dem Straßenstrich gelungen. Ermittler nahmen am Wochenende neun Männer fest, die junge Frauen aus Bulgarien ausgebeutet und zur Prostitution gezwungen haben sollen.


Volker Labes, Berlin. (Illus.foto: Jan Hansen - sfm.no)

Berlin. 06.08.2010

Wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag mitteilte, hatte seit dem Frühjahr eine Ermittlungsgruppe mit sieben Kriminalbeamten im Milieu recherchiert. Sie überwachten mehrere Objekte und Täter.

Dabei stellte sich heraus, dass die Verdächtigen etwa 10 bis 15 Frauen im Alter zwischen 17 und 22 Jahren kontrollierten. Sie alle waren aus ländlichen Gegenden Bulgariens mit Heiratsversprechen oder besseren Möglichkeiten Geld zu verdienen nach Deutschland gelockt worden.

Stattdessen mussten sie sich täglich zwischen 12 und 15 Stunden in Köln oder Bonn prostituieren. Ihre mutmaßlichen Zuhälter fuhren sie zum Strich und holten sie dort auch wieder ab. Das Geld, im Durchschnitt 250 Euro am Tag pro Frau, wurde ihnen nahezu vollständig abgenommen. Anschließend brachten die Männer sie in billige Absteigen, wo mehrere in kleinen Zimmern schliefen. Am nächsten Tag ging es wieder von vorne los.

Erfüllte eine Frau ihr Soll nicht, gab es Schläge und Demütigungen. Aussteigerinnen, denen die Flucht nach Bulgarien gelang, wurden wieder eingefangen und gegen ihren Willen nach Deutschland zurückgebracht.

Am Wochenende durchsuchten mehr als 50 Beamte mehrere Häuser und Wohnungen im Rheinland. Sie beschlagnahmten ein Auto und stellten mehrere Tausend Euro Bargeld sicher. Die neun Tatverdächtigen im Alter von 15 bis 39 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie sind inzwischen Haftbefehle erlassen worden. Den Frauen wurden seitens der Polizei Hilfsangebote gemacht. Einige von ihnen sind bereits wieder nach Bulgarien zurückgekehrt.

 


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