|
1.
Mai in
Berlin: Straßenschlachten!
Polizisten wurden mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und
angezündet!
Volker
Labes, Berlin
06.05.09
Die Krawalle am Rande der
Maifeiern in Berlin haben deutlich mehr Verletzte gefordert als in
den Vorjahren. Bei den Straßenschlachten in der Nacht zu Samstag im
Stadtteil Kreuzberg wurden 273 Polizisten verletzt, 14 von ihnen
konnten nicht weiterarbeiten, wie Polizeipräsident Dieter Glietsch
berichtete. 2008 wurden 112 Polizisten verletzt. Auch Dutzende
Randalierer und Passanten mussten mit zumeist klaffenden Kopfwunden
und Prellungen von Ärzten behandelt werden. Die rund 5.800
Einsatzkräfte nahmen den Angaben zufolge 289 Personen fest, die
meisten wegen Landfriedensbruch. Das sind 150 mehr als 2008.
Glietsch sprach von einer neuen Qualität der Gewalt. Die Zahl der
Gewalttäter sei höher gewesen, die Angriffe seien heftiger gewesen
und hätten früher begonnen. In der Vergangenheit flogen die ersten
Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen zumeist erst mit Beginn der
Dämmerung, in diesem Jahr bereits ab 19.00 Uhr.
Ausgangspunkt der
stundenlang bis in den frühen Samstagmorgen immer wieder
aufflammenden Ausschreitungen war eine sogenannte Revolutionäre
1.-Mai-Demonstration linker Gruppen, bei der Randalierer bereits am
frühen Abend zwei Polizeiautos stark beschädigten und Steine und
Flaschen auf die Beamten warfen. Die in den Autos sitzenden beiden
Polizisten konnten vor dem Mob flüchten, der eine erlitt einen
Schock. Laut Glietsch wurden zudem Scheiben einer Sparkasse und
einer Feuerwache beschädigt. Drei Beamte seien mit einer brennbaren
Flüssigkeit begossen und angezündet worden. Die Flammen hätten
jedoch so schnell gelöscht werden können, dass sie unverletzt
geblieben seien. Danach errichteten die Randalierer an mehreren
Stellen am Rande eines großen Fests, zu dem rund 35.000 Menschen
kamen, Barrikaden und zündeten auf den Straßen Müllcontainer an.
Auch Brandsätze wurden auf die Polizisten geworfen. Diese
reagierten, indem sie Schlagstöcke, Pfefferspray und Tränengas gegen
die Randalierer einsetzten.
Bereits am Nachmittag
hatten Demonstranten mehrere Dutzend Farb-Eier auf das
Bundesfinanzministerium geworfen. Der Vorsitzende der Deutschen
Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sprach auf NDR Info von
Mordanschlägen auf Polizisten. Der Chef der Polizeigewerkschaft GdP,
Konrad Freiberg, forderte die Einstellung von mehr Polizisten. Er
wies in „Bild am Sonntag“ darauf hin, dass es in Deutschland seit
dem Jahre 2000 insgesamt 10.000 Beamte weniger gebe.
Bereits in der Nacht zum 1. Mai, der sogenannten Walpurgisnacht,
hatten Randalierer im Stadtteil Friedrichshain die Polizei mehrere
Stunden lang mit Flaschen und Steinen beworfen. Bei den
Ausschreitungen wurden nach Polizeiangaben 48 Beamte zumeist leicht
verletzt. 57 Randalierer wurden vorläufig festgenommen.
|