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Volker Labes, Berlin
28.05.09
Mit dem am
Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten zweiten
Nachtragshaushalt für 2009 steigt die Neuverschuldung in
diesem Jahr um weitere 10,7 Milliarden Euro auf 47,6
Milliarden Euro. Der Bund verschuldet sich damit 2009 so
hoch wie noch nie - der bisherige Schuldenrekord von 40
Milliarden Euro stammt aus dem Jahr 1996.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechtfertigte
den Nachtragshaushalt - die Regierung müsse sich in der
Krise "antizyklisch verhalten". Die Opposition spricht
von einem "Wahlkampf-Haushalt", der Bund der
Steuerzahler fordert eine Haushaltssperre auf
Bundesebene.
Jedoch auch
eine erfreuliche Beschlussfassung wurde getan. Als
Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden brachte das
Kabinett eine Verschärfung des Waffenrechts auf den Weg.
So soll die Altersgrenze für das Schießen mit
Großkaliber-Waffen von 14 auf 18 Jahre angehoben werden.
Die zehn bis zwölf Millionen legalen Schusswaffen in
Deutschland, die im Besitz von Sportschützen, Jägern,
Polizisten und Wachleuten sind, sollen bis Ende 2012 in
einem zentralen elektronischen Register erfasst werden.
Außerdem müssen sich die Waffenbesitzer auf
verdachtsunabhängige Kontrollen bei der Aufbewahrung
einstellen.
Wird den Behörden der Zutritt verweigert,
soll die Zuverlässigkeit des Besitzers erneut überprüft
werden. Wer eine illegale Waffe bis Jahresende abgibt,
soll straffrei ausgehen. Das Bundesinnenministerium
erhält zudem die Möglichkeit, die biometrische Sicherung
von Schusswaffen vorzuschreiben, sobald dafür Systeme
zugelassen sind. Weitergehende Forderungen etwa nach
einem völligen Verbot von Großkaliberwaffen für
Sportschützen konnten sich dagegen nicht durchsetzen.
Grüne und Linkspartei kritisierten, die Koalition sei
vor der Waffenlobby eingeknickt.
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