Mit 90 Jahren vor
Gericht!
Volker Labes, Berlin
18.11.2009
Ein ehemaliger SS-Mann
soll sich wegen des Mord
an 58 Zwangsarbeitern
kurz vor dem Ende des
Zweiten Weltkrieges nach
dem Willen der
Staatsanwaltschaft vor
Gericht verantworten.
Die Staatsanwaltschaft
Dortmund habe Anklage
gegen den heute
90-jährigen Rentner
erhoben, teilte das
Landgericht Duisburg am
Dienstag mit.
Laut Anklage soll der
Mann, als Angehöriger
einer
SS-Panzer-Division,
gemeinsam mit anderen
SS-Leuten Ende März 1945
in einem Waldstück im
heutigen Österreich
mindestens 57 jüdische
Zwangsarbeiter erst
beraubt und dann von
hinten erschossen haben.
Am selben oder folgenden
Tag soll er einen
weiteren Zwangsarbeiter,
der aus Erschöpfung
nicht mehr gehen konnte,
im österreichischen
Burgenland bei Jabing
durch Schüsse getötet
haben.
Der Angeklagte hat sich
bei seinen Taten von der
nationalsozialistischen
Ideologie und der damit
verbundenen
menschenverachtenden
Gesinnung leiten lassen.
Die 5. große Strafkammer
des Gerichts muss nun
entscheiden, ob das
Hauptverfahren gegen den
jetzt in Duisburg
lebenden Rentner
eröffnet wird. Das
könnte einer der letzen
Prozesse wegen
Verbrechen aus der Zeit
des Nationalsozialismus
werden.