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Jetzt sind die Jüngsten dran bei Verdi!
Volker
Labes, Berlin
18.05.09
In Bayern wurden am
heutigen Montag 500 Kindergärten bestreikt!
Davon betroffen
waren mehrere tausend Kinder, wie eine Verdi-Sprecherin sagte.
Allein in München blieben nach Gewerkschaftsangaben rund 400
Einrichtungen geschlossen, aber auch Kindertagesstätten in Nürnberg,
Erlangen und Fürth. In Nürnberg beteiligten sich etwa 80 der 120
städtischen Kindertagesstätten an dem eintägigen Streik. Auch in
Fürth und Erlangen ruhte in vielen Kitas die Arbeit.
Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen einen
tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz der bei Kommunen
angestellten Erzieherinnen und Sozialarbeiter durchsetzen. Die
Dienstleistungsgewerkschaft hatte die Verhandlungen mit den
Arbeitgebern für gescheitert erklärt. Ein Sprecher des Kommunalen
Arbeitgeberverbands (KAV) bezeichnete die Streiks als "überflüssig
und unverhältnismäßig". Der Gesundheitsschutz werde von der
Gewerkschaft missbraucht, um streikfähig zu werden. Er forderte die
Gewerkschaft auf, zu ernsthaften Verhandlungen bereit zu sein. Eine
Verdi-Sprecherin wies die Kritik der Arbeitgeber zurück und
erklärte, die Arbeitnehmervertreter wollten ernsthaft verhandeln.
Die Arbeitgeber zögerten aber Ergebnisse immer wieder hinaus. Für
den 27. Mai ist eine weitere Verhandlungsrunde beider Seiten
angesetzt.
Für
Eltern, die auf Kita-Angebote angewiesen waren, gab es
nach Angaben von Verdi eine Notbetreuung. Viele Eltern hätten für
das Anliegen der Erzieherinnen großes Verständnis gezeigt und zum
überwiegenden Teil alternative Unterbringungsmöglichkeiten für ihre
Kinder gefunden, berichteten Streikende. Einige Eltern mussten
Urlaub nehmen, um ihre Kinder zu versorgen. Der KAV-Sprecher
kritisierte, dass die Streikmaßnahmen vorwiegend zu Lasten
alleinerziehender Eltern gingen. Am Dienstag sollen die
Streikmaßnahmen fortgesetzt und auf die Städte Ingolstadt und
Regensburg ausgeweitet werden. Auch Einrichtungen der Jugendhilfe
und des allgemeinen Sozialdienstes sollen in den Arbeitskampf
miteinbezogen werden. |