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Amoklauf in Realschule!

Volker Labes, Berlin

12.03.09

Winnenden bei Stuttgart steht in Deutschlands Fokus. Ein Amokläufer hat in einer Realschule 9 Schüler und 3 Lehrerinnen erschossen und auf der Flucht auch noch 3 Passanten ermordet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem „Tag der Trauer für ganz Deutschland“. „Es herrscht blankes Entsetzen“, berichtete ein Augenzeuge. „Die ganze Stadt gleicht einer Festung.“ Ein Großaufgebot von knapp 1000 Einsatzkräften sperrte Schule und Teile der Innenstadt ab. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) bot sich den beiden Interventionsteams der Polizei in Winnenden Augenblicke nach dem Notruf ein „grauenvolles Bild“ in der Schule, wo sie neun Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren und

Nach dieser Tat zwang der Amokläufer einen Mann, gemeinsam mit dessen Auto zu drei Lehrerinnen, darunter eine junge Referendarin, tot fanden. flüchten. Auf der Autobahn bei Wendlingen (Kreis Esslingen) ließ er um kurz vor 12.00 Uhr den Wagen und den Fahrer zurück. Dieser informierte die Polizei darüber, dass der junge Mann zu Fuß in Richtung des nahegelegenen Industriegebiets unterwegs sei. Tim K. drang in ein VW-Autohaus ein und erschoss dort nach Angaben von Innenminister Rech zwei Angestellte. Als er das Gebäude verließ, eröffnete er das Feuer auf Polizisten und verletzte zwei Beamte schwer. Er selbst wurde dann tödlich getroffen. Polizeipräsident Erwin Hetger sagte aber, es habe sich nicht um einen finalen Rettungsschuss gehandelt. Laut Polizei in Wendlingen hat der 17-Jährige das Feuer eröffnet. Über sein Motiv konnte zunächst nur gerätselt werden. Ob er sich möglicherweise von dem Amoklauf im amerikanischen Bundesstaat Alabamawo in der Nacht zu Mittwoch elf Menschen getötet wurden, beeinflussen ließ, war zunächst unklar.

Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte, dies sei „die größte Katastrophe, die einer Schule passieren kann. Die Seele der Schule ist tief verwundet.“ Die Schulleiterin habe den Schüler, der im vergangenen Jahr die Realschule mit einem Abschluss verlassen und eine Ausbildung begonnen habe, als völlig unauffällig beschrieben. „In seiner Schulzeit ist er niemals auffällig gewesen.“ Seine Eltern besitzen laut Polizei legal Waffen. Eine von ihnen fehlte, als die Polizei das Haus in Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) in der Nähe von Winnenden durchsuchte. Auch 50 Schuss Munition waren verschwunden. Diese Bluttat ruft Erinnerungen an den Amoklauf von Erfurt wach: Am 26. April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums innerhalb weniger Minuten 16 Menschen und dann sich selbst erschossen.

 

 

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