Unternehmensinsolvenzen nahmen im März sprunghaft zu!
Volker Labes, Berlin
10.06.09
Im März ist
die Zahl der Unternehmensinsolvenzen
in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat sprunghaft gestiegen.
Die Amtsgerichte verzeichneten 2.874 Insolvenzen von Unternehmen,
das waren 31,0% mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische
Bundesamt am Mittwoch berichtet. Zudem wurden 8.755 Insolvenzen von
Verbrauchern (plus 15,2%) registriert. Insgesamt lag die Zahl der
Insolvenzfälle im März mit 14.216 um 17,7% über Vorjahresniveau.
Der
Statistikbehörde zufolge
dürften die registrierten Insolvenzen im März unter anderem deshalb
so stark zugenommen haben, weil die Osterfeiertage im Jahr 2008 im
März lagen, 2009 jedoch nicht, und somit die Gerichte im März 2009
deutlich mehr Insolvenzanträge bearbeiten konnten als im
Vorjahresmonat.
Zudem weist
man darauf hin,
dass die Veränderungsraten sich weiterhin auf Berechnungen ohne
Nordrhein-Westfalen beziehen, da Nordrhein-Westfalen die
Insolvenzfälle 2008 nicht periodengerecht gemeldet hat. Aufgrund der
Erfahrungen der vergangenen Jahre lässt sich aber die Entwicklung
auch anhand der Ergebnisse der übrigen 15 Bundesländer darstellen.
Die Zahl könnte jedoch noch höher liegen.
Im ersten Quartal 2009 wurden 7.712
Unternehmensinsolvenzen gezählt, 10% mehr als im gleichen Zeitraum
des Vorjahres. Insgesamt nahm die Zahl der Insolvenzen um 0,4% auf
39.004 Fälle zu. Auf übrige Schuldner entfielen 31.292 Fälle (minus
1,4%), wobei die Verbraucherinsolvenzen auf 24.106 Fälle
zurückgingen. Die voraussichtlichen offenen Forderungen der
Gläubiger bezifferten die Gerichte für das erste Quartal auf 9,7
Milliarden EUR (einschließlich Nordrhein-Westfalen) gegenüber 7,3
Milliarden EUR im Vorjahreszeitraum |