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Wiesbaden hat Finanzministerium mit Wassergrundstück!

Volker Labes, Berlin

08.11.2009

Was sich so schön und romantisch anhört ist in Wahrheit eine Katastrophe.

Bei Probebohrungen nach Erdwärme ist es zu einem Unfall in der Friedrich-Ebert-Allee gekommen: Arbeiter stachen versehentlich in 130 Meter Tiefe eine Blase auf, kaltes Wasser schoss aus dem Boden - bis zu sieben Meter hoch, 6000 Liter in der Minute. Noch nachmittags sprudelten 40 Liter die Minute aus dem Boden. In der Nacht hatten rund 60 Feuerwehrleute das Loch mit Beton gefüllt, um es zu versiegeln, dieser kam allerdings sehr flüssig wieder zu Tage. Tagsüber ließ das Ministerium schwere Gerätschaft auffahren, wie Sprecher Michael Scherer schilderte. Ein Spezialbohrer grub sich etwa 150 Meter in die Erde, um das Loch von unten mit Beton zu verschließen. Die Arbeiten dauerten bis zum späten Freitagabend noch an. Zeitweilig kam das Wasser auch aus anderen Löchern auf das Gelände, das völlig verschlammt war. Einmal freigesetzt, suchte das Wasser den Weg nach oben, wie Weimar erklärte.

Den Schaden könne derzeit niemand einschätzen, erklärte Scherer. Weimar betonte aber: Die Kostenfrage spielt keine Rolle. "Die Ingenieure sagen, was getan werden muss, das wird dann auch getan." Die beteiligten Kräfte arbeiten gut zusammen. Trotz der gewaltigen Wassermassen seien weder im Ministerium noch in einem benachbarten Hotel Schäden bekannt; auch verletzt wurde zum Glück niemand.

Anlass für die Probebohrungen, die zum Unfall führten, war die Erweiterung des Finanzministeriums. Der Neubau soll ein "Passivhaus" werden, eines, das mindestens so viel Energie erzeugt, wie es verbraucht. Zum Heizen war Erdwärme, die so genannte Geothermie vorgesehen. "Es handelte sich um einen Response-Test, bei dem Bodenbeschaffenheit und Wärmeleitfähgkeit überprüft werden sollten", sagte der Geschäftsführer der Terrra Therm Erdwärme, Jürgen Winter. Sie hatte die Probebohrungen durchgeführt - dies deshalb, weil laut Winter die Geologie und die Hydrologie vor Ort unbekannt waren. Mit dem Grundwasser in 130 Meter Tiefe hat das Team nicht gerechnet.

 

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