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Schonung für Berlins Fahrgäste!
Volker Labes,
Berlin
18.03.08
Berliner U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen werden auch in den kommenden
Tagen fahren. Die Gewerkschaft Ver.di beschloss, die Fahrer der Busse
und Bahnen weiterhin vom Streik auszunehmen. Diese Taktik werde vorerst
beibehalten, sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann nach der Sitzung
der 80-köpfigen großen Tarifkommission.
An diesem Mittwoch will die Tarifkommission
erneut zusammenkommen, um das Vorgehen über die Osterfeiertage zu
beraten. Es wird aber damit gerechnet, dass sich wenig ändert und Bahnen
und Busse auch über Ostern fahren werden.
Nach knapp zwei Wochen Streik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG)
hat sich der Verkehr wieder weitgehend normalisiert. So würden die
U-Bahnen auf allen neun Linien im normalen Ferientakt rollen, also meist
alle fünf Minuten, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Ursprünglich war
nur ein Zehn-Minuten-Takt geplant. Auch die Straßenbahnen seien mit
einem Takt von fünf bis zehn Minuten im Fahrplan. Reetz: "Die Kollegen
waren kaum zu halten, wollten endlich wieder fahren.“ Sie wertete den
unerwartet reibungslosen Start auch als Zeichen von Streikmüdigkeit bei
den Beschäftigten. Oder spielt etwa das Geld eine tragende Rolle in
diesem Punkt?
Nicht ganz so rund lief bisher der
Busverkehr. Nach zwölf Tagen Stillstand konnten viele Busse am Morgen
nicht anspringen. Viele Fahrzeuge mussten erst aufgetankt werden. Doch
die Lage normalisierte sich zunehmend. Seit Mittag konnte der Fahrplan
zu 90 Prozent eingehalten werden, sagte Reetz.
Auch über die Osterfeiertage soll es laut BVG keine größeren Probleme
geben, wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt. „Es darf nichts
wirklich kaputt gehen“, sagte Reetz. Denn Ver.di hat mit Rücksicht auf
die BVG-Kunden den Streik für die Fahrer ausgesetzt, andere Beschäftigte
wie die Mechaniker streiken weiter. Aber dabei hat in den
vorangegangenen Wochen die Gewerkschaft nichts auf die Fahrgäste
gegeben, sie muss sich daher die Frage gefallen lassen ob denn nicht
wirklich die Streikmüdigkeit Ihrer Mitglieder diesen Schritt herauf
beschwört!
Auf jedem der sechs Bus-Betriebshöfe können
pro Schicht nur je zwei Mitarbeiter die technische Wartung übernehmen.
Das sind rund um die Uhr 36 Mechaniker statt wie sonst 370. "Wir hüpfen
auf einem Bein durch die Stadt, das zweite Standbein fehlt uns", sagt
Bus-Direktor Johannes Müller.
Ein besonders schwieriges Problem seien die turnusmäßigen
Sicherheitsprüfungen, die alle drei Monate unabhängig von der
Fahrleistung erfolgen müssten. Geht der Streik weiter, dann dürften
Anfang April schlagartig ein Drittel der insgesamt 1200 Busse im
Linienverkehr nicht mehr fahren.
Auch für die Fahrer, die seit Montag wieder im Dienst sind,
kann das unangenehme Folgen haben. Wenn sie nicht eingesetzt werden
können, weil die Fahrzeuge wegen des Streiks in den Werkstätten lahm
liegen, muss die BVG ihnen auch kein Gehalt zahlen.
Um den Busverkehr zu stabilisieren, erwägt das Unternehmen deshalb,
Fremdfirmen mit der vorgeschriebenen technischen Kontrolle der Busse zu
beauftragen.
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