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Zu 99% keine weiteren Bahnstreiks!

Volker Labes, Berlin

17.01.08

Nach zehnmonatigem Arbeitskampf haben sich die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn auf einen Tarifabschluss geeinigt. Die GDL erhält demnach einen eigenen Tarifvertrag, die Lokomotivführer der Bahn können mit einer Lohnerhöhung von insgesamt elf Prozent rechnen und müssen nur noch 40 statt 41 Stunden in der Woche arbeiten, wie GDL-Chef Manfred Schell sagte. Neue Streiks seien damit zu "99 Prozent ausgeschlossen".

Vor allem die Frage der Arbeitszeit hatte bis zuletzt für Konfliktstoff gesorgt.
Die GDL hatte ursprünglich die Tarifverhandlungen am Donnerstag vergangener Woche abschließen wollen, dann aber die Gespräche abrupt unterbrochen und erneut mit Streik gedroht. Der Durchbruch wurde durch ein Gespräch von Manfred Schell mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Samstagnachmittag erzielt.

Hauptvorstand und Tarifvorstand der GDL billigten die Einigung. "Wir haben von beiden Gremien grünes Licht bekommen, weitere Arbeitskämpfe zu verhindern", sagte GDL-Chef Schell. Er gehe davon aus, dass ein Scheitern der Tarifverhandlungen nun ausgeschlossen sei. Es gebe zwar noch einige Einzelheiten zu klären, dies solle aber bis Ende Januar geschehen.

Rückwirkend vom 1. Juli 2007 an sollen die Lokführer zu den wichtigsten Forderungen zudem eine Einmalzahlung von 800 Euro erhalten. Ab 1. März sollen die Gehälter zunächst um acht Prozent steigen. Ab September kommen nach Angaben Schells weitere drei Prozent hinzu, die bis zum Ende der Laufzeit des Tarifvertrags im Januar 2009 gelten. Insgesamt ergebe sich damit eine Anhebung um elf Prozent. Die Spannbreite der Lohnerhöhungen liegt zwischen sieben und 15 Prozent. Der eigenständige Tarifvertrag soll bis zum 31. Januar abgeschlossen sein.

Die Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA, Alexander Kirchner und Heinz Fuhrmann, äußerten sich zurückhaltend: "Wir werden es bewerten, sobald uns belastbare Zahlen vorliegen. Wir erwarten, dass die Arbeitgeberseite sich an Zusagen hält, dass der Sozialverbund bei der Bahn erhalten bleibt und die Tarifverträge konflikt- und widerspruchsfrei zueinander stehen." Transnet und GDBA hatten wiederholt erklärt, dass sie es nicht akzeptieren, dass der GDL deutlich höhere Löhne als den eigenen Mitgliedern gewährt werden.

 

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