
14.02.2008.
In Niedersachsen ist von der
Öffentlichkeit unbemerkt erstmals seit Jahrzehnten wieder eine
Kommunistin in ein deutsches Landesparlament eingezogen. Auf der Liste
der Linkspartei: Christel Wegner von der Deutschen Kommunistischen
Partei (DKP), die bis heute die DDR für den besseren deutschen Staat
hält, sie sitzt künftig im Landtag in Hannover. Das ARD-Magazin
Panorama hat für einen
Bericht, der an diesem Donnerstagabend ausgestrahlt wird, nun ein
Interview mit der Linken-/DKP-Abgeordneten geführt, das einen fast 20
Jahre nach dem Fall der Mauer schaudern lässt.
Christel Wegner ruft darin unverdrossen zum
"revolutionären Umsturz" durch die "Arbeiterklasse" auf, und sie fordert
die Verstaatlichungen von Unternehmen, Banken und Bodenschätzen: "Die
Macht des Kapitals kann nur dadurch überwunden werden, dass wir eine
Vergesellschaftung der Produktionsmittel bekommen, der Finanzinstitute
und der Naturressourcen", sagte sie nach Angaben von
Panorama. Das kommt mir nur
all zu bekannt vor, ganz nach dem Motto:“ Unsere Arbeitskraft der
Deutschen Demokratischen Republik“, „Alles für das Volk und die
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“!
Die wackere Leninistin
bekennt sich außerdem zur Wiedereinführung der Staatssicherheit nach der
Revolution: "Ich denke (...), wenn man eine andere Gesellschaftsform
errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch
davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte die
Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen."
Auch die
innerdeutsche Grenze findet sie offenbar nach wie vor
richtig, wenn auch mit einer recht eigentümlichen Begründung: "Der Bau
der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme, um sozusagen zu verhindern,
dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten. Einmal die Wirtschaft
schädigen, indem sie billig eingekauft haben - das war ja so - auch um
zu verhindern, dass irgendwelche Kräfte über die Grenze spazieren, die
man da nicht haben wollte."
Margot Honecker und andere Mitglieder der ehemaligen Führungsriege der
SED verdienen nach Ansicht der Abgeordneten auch heute noch "unsere
uneingeschränkte Solidarität" - weil sie "ihr ganzes Leben lang in den
Aufbau einer anderen Gesellschaftsform gesteckt haben." Kein Wunder,
dass sich Wegner von der Linkspartei absetzt, die längst auf Abstand zum
ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat gegangen ist: "Die Linke möchte mit
Reformen erreichen, und wir sind der Auffassung: Das reicht nicht. Wir
wollen den Umbau der Gesellschaft."
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