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Finanzminister von Berlin: Hartz4- Empfänger Speiseplan!
Volker
Labes, Berlin
11.02.08
Er
hat doch wirklich Mitarbeiter los geschickt in Berlins Supermärkten
einzukaufen. Dem umstrittenen Finanzminister Sarrazin sind die 4,25 Euro
die der deutsche Staat einem Bedürftigen zugesteht noch zu viel. So hat
er jetzt seine Mitarbeiter für 3,76 Euro einkaufen lassen und
verbreitet das man sich damit gesund, wertstoffreich und ausreichend
ernähren kann. Brötchen, Müsli, oder Vollkorntoast zum Frühstück,
Spaghetti, Würstchen oder Suppe als Mittagessen - der Speiseplan klingt
auf den ersten Eindruck praktikabel. Doch Wohlfahrtsverbände üben
Kritik: In vielen Haushalten werde gar nicht gekocht, um Strom zu
sparen, gibt Alfred Schleimer von der Caritas in der "BZ" zu
bedenken. Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert, dass die
Hartz-IV-Sätze seit 2004 nicht mehr an die erhöhten Lebensmittel- und
Strompreise angepasst worden sind.
Die meisten Zutaten für die Sarrazin-Menüs können nur in größeren Mengen
eingekauft werden. Der auf drei Tage ausgelegte Plan müsste sich also
ziemlich schnell wiederholen, damit zum Beispiel die restlichen fünf
Würstchen aus einer Sechser-Packung nicht verderben. Gesund und
abwechslungsreich wäre das nicht.
Kritik an Sarrazins Speiseplan kam am Montag auch aus den Reihen der
Koalition: Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) findet es nicht
gut, "wenn gut bezahlte Menschen wie wir armen Menschen vorschlagen, wie
sie einkaufen sollen", sagte Knake-Werner der dpa. Armut bedeute mehr,
als nicht genügend Geld zu haben.
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