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Daimler und die Absatzkrise = Kurzarbeit
Volker Labes, Berlin
09.12.2008
Zum ersten Mal seit 15
Jahren wird bei Daimler in Sindelfingen Kurzarbeit gefahren.
Die Absatzkrise hat den
Autobauer Daimler inzwischen voll erwischt. Der Stuttgarter Konzern
drosselt die Produktion in seinen Pkw-Werken und schickt
zehntausende Beschäftigte bis Ende März in Kurzarbeit. Beschlossene
Sache ist die Arbeitsverkürzung für knapp 20.000 Beschäftigte im
größten Montagewerk Sindelfingen, wo zuletzt 1993 Kurzarbeit
gefahren wurde, wie Konzernbetriebsratschef Erich Klemm am Montag
sagte. Auch in den übrigen Mercedes-Benz-Werken stehe Kurzarbeit an,
so dass die Beschäftigten trotz kürzerer Arbeitszeiten mindestens 90
Prozent der regulären Netto-Bezüge erhalten sollen.
Daimler folgt damit den Ford-Werken in Köln, die die
Motorenproduktion drosseln und ab Ende der Woche bis Weihnachten
ganz ruhen lassen. Auch BMW spürt die Absatzkrise bei Neuwagen.
Anders als Daimler wollen die Münchener hingegen ohne Kurzarbeit bis
"ins Frühjahr" kommen, wie ein Sprecher sagte. BMW nutzt seit Montag
die Überstundenkonten der Mitarbeiter für eine vierwöchige
Zwangspause. In Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz sind die
Überstundenkonten der Beschäftigten "ausgereizt", wie Klemm sagte.
"Kurzarbeit ist ein schwieriger, aber angesichts vorliegender Zahlen
unvermeidbarer Schritt."
In Sindelfingen, wo
vor allem die Mercedes-Benz C-, E- und S-Klasse vom Band rollen,
gehen die meisten Beschäftigten Ende der Woche zunächst in eine
vierwöchige Zwangspause. Ab 12. Januar gilt dann bis Ende März
Kurzarbeit mit einer Viertagewoche, vor allem im März sind auch
Wochen mit nur drei Arbeitstagen geplant. Über die Faschingstage
ruht die Produktion tageweise, zum Teil wird in den kommenden
Monaten nur in einer Schicht gearbeitet. Wegen der gedrosselten
Produktion wird laut Betriebsrat auch die Fertigung von Komponenten
wie Motoren, Achsen und Getrieben im Stammwerk Untertürkheim
voraussichtlich von Kurzarbeit betroffen sein.
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