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Flammentod auf Kaffeefahrt!

Foto: Nigel Treblin/DDP
Volker Labes, Berlin. 06.11.08
Beim schwersten Busunglück Deutschlands seit 16 Jahren sind am
Dienstag 20 meist ältere Menschen gestorben und dreizehn teils
schwer verletzt worden. Die meisten der 20 Toten konnten auch am
Mittwochabend, einen Tag nach dem Brand, nicht identifiziert
werden.
Der Brand hatte sich blitzschnell
von der Toilette auf den gesamten Bus ausgebreitet und dabei
viele Passagiere bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
Gerichtsmediziner der Medizinischen Hochschule Hannover
versuchen, die Leichen zu identifizieren, was sich noch Tage
hinziehen könnte: Die Passagierliste war nicht gesichert, da
sieben der angemeldeten 39 Fahrgäste, meist aus dem Osten
Hannovers, nicht zur Kaffeefahrt zu einem Hof ins Münsterland
erschienen sind.
Polizeisprecher vermuten, dass ein Fahrgast heimlich auf der
Toilette geraucht habe; eine Beteiligung anderer Fahrzeuge gab
es nicht und ein technischer Defekt sei „eher ausgeschlossen“,
zumal der Reisebus einer Luxusmarke nur vier Jahre alt und
„völlig in Ordnung“ gewesen sei. Der Motor, die sechs Reifen und
der untere Bug- und Heckbereich waren unbeschädigt. Die Marke
zählt zu den meistverkauften Reisebussen in Deutschland.
Eine Frau hatte Brandgeruch aus der
Toilette neben dem Mittelausgang bemerkt, kurz nachdem ein
Fahrgast die Toilette verlassen haben soll.
Als sie die Tür öffnete, breiteten sich sofort eine Stichflamme
und Rauchgase aus. Der 51 Jahre alte Busfahrer fuhr daraufhin
sofort vom Mittelstreifen auf die Standspur, öffnete die Türen
und versuchte Fahrgäste zu retten. Zwölf Fahrgäste, unter ihnen
vier lebensgefährlich verletzt, im Alter zwischen 45 und 80
Jahren und der Fahrer konnten sich retten, vermutlich aus dem
vorderen Busteil. Mehrere Passagiere waren gehbehindert. Ein
Jugendlicher von 18 Jahren und ein Mädchen mit 13 Jahren sollen
sich unter den Opfern befinden.
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