|
Des
Deutschen Angst in 2008!
Volker Labes, Berlin
05.09.08
Der Anstieg der
Lebensmittel- und Energiepreise macht den Bundesbürgern mehr zu
schaffen als alles andere. 76 Prozent befürchten, künftig noch mehr
Geld für den täglichen Bedarf ausgeben zu müssen. Das geht aus der
von der R+V-Versicherung veröffentlichten GfK-Studie „Die Ängste der
Deutschen 2008“ hervor. Vor einem Jahr waren hohe
Lebenshaltungskosten zwar auch auf Platz 1 der Befragten. Damals lag
der Wert aber „nur“ bei 66 Prozent. Zum 18. Mal seit 1991 befragte
die Versicherung in der repräsentativen Langzeit-Studie knapp 2.500
Bürger nach ihren 16 größten Ängsten.
Die persönlichen
Sorgen um steigende Preise und die eigene Gesundheit drängten die
Furcht vor externen Bedrohungen wie Terror und Krieg deutlich in den
Hintergrund. Das hat seinen realen Grund: Im Juli lag die
Inflation in Deutschland mit 3,3 Prozent auf dem höchsten Niveau
seit knapp 15 Jahren.
Das strahlt auch auf
die Bewertung der Wirtschaftslage aus. Geradezu dramatisch sinkt
laut Studie das Vertrauen in die Wirtschaft. 58 Prozent aller
Befragten befürchten eine Verschlechterung der Wirtschaftslage, das
sind ebenfalls zehn Prozentpunkte mehr als 2007. Damit liegt diese
Sorge auf Platz zwei. Politologe Manfred Schmidt sagte, die gefühlte
Wirtschaftslage habe sich sehr verschlechtert, obwohl die
gesamtwirtschaftliche Lage noch vergleichsweise gut sei. Das sei
aber nicht überraschend. Preisstabilität sei in Deutschland ein
hohes Gut. „Und dieses Gut sieht die Bevölkerung in großer Gefahr.“
Das schüre tief sitzende Inflationsängste, erklärte der Professor
der Universität Heidelberg. Die Angst vor Terrorismus sank dagegen
um neun Prozentpunkte auf 41 Prozent. |