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Hamm: Wieder Defekt an ICE!
Neue Panne bei der Deutschen Bahn: Wegen eines technischen Defekts an einer Luftfeder hat ein ICE am Sonntagabend in Hamm seine Weiterfahrt in Richtung Düsseldorf unterbrechen müssen. „Beim Entkoppeln der zwei ICE-Teile ist eine Luftfeder unter einem Waggon geplatzt“, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf.
Foto: Jan Hansen (DB Nürnberg)

Volker Labes, Berlin. 2.9.2008

Ein ICE sollte die Fahrt aus Berlin kommend nach Koblenz fortsetzen, der zweite nach Köln. Unter der Federung muss man sich eine Art Luftkissen aus Gummi vorstellen, auf dem der Waggon gelagert ist. „So ein Sack ist geplatzt. Das ist aber überhaupt nicht sicherheitsrelevant“, sagte ein Sprecher. Zu keiner Zeit seien Reisende in dem Zug gefährdet gewesen. „Da war höchstens eine Einbuße an Komfort zu verzeichnen, mehr nicht.“

Ein Zeuge des Unfalls sagte, er habe im Hammer Bahnhof einen lauten Knall gehört. Und diesen Knall kann ich mir vorstellen, denn wenn ein Luftkissen bei einem LKW platzt, so ist dies schon sehr laut. Der betroffene Waggon sei einige Zentimeter abgesenkt gewesen. Dann wurden die Fahrgäste gebeten, in einen nachfolgenden Intercity umzusteigen. „Das geschah nur, damit die Reisenden pünktlicher ihr Ziel erreichen“, so der Bahnsprecher. Der ICE der zweiten Generation hätte auch weiterfahren können, die Überprüfung vor Ort habe jedoch rund eine halbe Stunde gedauert.

Später habe auch der ICE seine Fahrt fortgesetzt und sei anschließend regulär und ohne Probleme an seinen Heimatbahnhof nach Berlin zurückgekehrt. „Dort wurde am Montagmittag die Luftfederung ausgetauscht.“ Die Luftkissen würden im Laufe der Zeit porös. Es sein schon häufiger vorgekommen, dass einzelne platzten.
Eine Rückrufaktion wie bei den defekten Rädern nach einem Zwischenfall in Köln vor wenigen Wochen stehe nicht zur Debatte, betonte der Bahn-Sprecher am Montag.

Anfang Juli war ein Hochgeschwindigkeitszug der Bahn kurz nach Verlassen des Kölner Hauptbahnhofs bei niedrigerer Geschwindigkeit aus den Gleisen gesprungen. Nach Bahnangaben war damals eine Radsatzwelle defekt. Die Bahn hatte daraufhin alle Radsatzwellen an den ICEs der dritten Generation untersucht – Beanstandungen hatte es nicht gegeben. Kritik gab es in diesem Zusammenhang am Verhalten des Bahnpersonals: Reisende hatten Medienberichten zufolge vor dem ICE-Unfall das Bahnpersonal auf ungewöhnliche Geräusche hingewiesen. Das Personal hatte diese Aussagen aber weitgehend ignoriert.
 

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