Volker Labes, Berlin. 2.9.2008
Ein ICE sollte die
Fahrt aus Berlin kommend nach Koblenz fortsetzen, der zweite
nach Köln. Unter der Federung muss man sich eine Art Luftkissen
aus Gummi vorstellen, auf dem der Waggon gelagert ist. „So ein
Sack ist geplatzt. Das ist aber überhaupt nicht
sicherheitsrelevant“, sagte ein Sprecher. Zu keiner Zeit seien
Reisende in dem Zug gefährdet gewesen. „Da war höchstens eine
Einbuße an Komfort zu verzeichnen, mehr nicht.“
Ein Zeuge des Unfalls sagte, er habe im Hammer Bahnhof einen lauten Knall
gehört. Und diesen Knall kann ich mir vorstellen, denn wenn ein
Luftkissen bei einem LKW platzt, so ist dies schon sehr laut.
Der betroffene Waggon sei einige Zentimeter abgesenkt gewesen.
Dann wurden die Fahrgäste gebeten, in einen nachfolgenden
Intercity umzusteigen. „Das geschah nur, damit die Reisenden
pünktlicher ihr Ziel erreichen“, so der Bahnsprecher. Der ICE
der zweiten Generation hätte auch weiterfahren können, die
Überprüfung vor Ort habe jedoch rund eine halbe Stunde gedauert.
Später habe auch der ICE seine Fahrt fortgesetzt und sei
anschließend regulär und ohne Probleme an seinen Heimatbahnhof
nach Berlin zurückgekehrt. „Dort wurde am Montagmittag die
Luftfederung ausgetauscht.“ Die Luftkissen würden im Laufe der
Zeit porös. Es sein schon häufiger vorgekommen, dass einzelne
platzten.
Eine Rückrufaktion wie bei den defekten Rädern nach einem
Zwischenfall in Köln vor wenigen Wochen stehe nicht zur Debatte,
betonte der Bahn-Sprecher am Montag.
Anfang Juli war ein Hochgeschwindigkeitszug der Bahn kurz nach
Verlassen des Kölner Hauptbahnhofs bei niedrigerer
Geschwindigkeit aus den Gleisen gesprungen. Nach Bahnangaben war
damals eine Radsatzwelle defekt. Die Bahn hatte daraufhin alle
Radsatzwellen an den ICEs der dritten Generation untersucht –
Beanstandungen hatte es nicht gegeben. Kritik gab es in diesem
Zusammenhang am Verhalten des Bahnpersonals: Reisende hatten
Medienberichten zufolge vor dem ICE-Unfall das Bahnpersonal auf
ungewöhnliche Geräusche hingewiesen. Das Personal hatte diese
Aussagen aber weitgehend ignoriert.
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