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8 facher Inzest im Westerwald!

Volker Labes, Berlin

14.02.2011

Fluterschen heißt das kleine Dorf im Westerwald mit 750 Einwohnern. 8 davon hat ein Vater mit seiner Stieftochter gezeugt!

„Auch die Mutter gehört weggeschlossen“ ist der meistgebrauchte Satz den man in diesen Tagen immer wieder hört. Gemeint ist die Frau des 48-jährigen Mannes, der am kommenden Dienstag vor dem Landgericht Koblenz mit unfassbaren Vorwürfen konfrontiert wird: Er soll mit seiner Stieftochter acht Kinder gezeugt und sowohl die Stieftochter als auch seine eigene Tochter jahrelang sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Das bizarre Missbrauchsdrama, das an den Fall Josef Fritzl in Österreich erinnert, hat das 750-Seelen-Dorf ins Rampenlicht der Medien gezerrt.

"Warum hat die Stieftochter sich nicht gewehrt? Warum hat sie sich nicht Hilfe gesucht bei Außenstehenden?", fragt sich eine Dorfbewohnerin grübelnd. "Aber irgendwie kam man an die junge Frau nicht heran." Die RZ erfährt: "Die Frau war allen Kindern, die der Stiefvater gezeugt haben soll, immer eine gute Mutter", sagt eine andere Frau über ihre Eindrücke. Alle acht Kinder seien katholisch getauft, die meisten hätten den kommunalen Kindergarten Sternschnuppe im Ort besucht - nur wenige hundert Meter von Wohnhaus der Familie entfernt. Auch die Sternschnuppe wird von den Medienvertretern umlagert - allerdings erfolglos. Niemand gibt Auskünfte.

Im Dorf dagegen gibt es viele Gerüchte und Szenen, die in Erinnerung geblieben sind. Wenn die Stieftochter wieder einmal ganz offensichtlich schwanger war, erfuhr man auf beiläufige Nachfragen von der Familie, das sei in der Disco passiert - und der Vater unbekannt, sagen Fluterscher Bürger. Einmal habe sogar die Ankündigung die Runde im Dorf gemacht, jetzt werde bald geheiratet, ein Brautkleid sei sogar schon gekauft. "Meine Tochter war mit der leiblichen Tochter des Angeklagten befreundet. Sie gingen zusammen in eine Klasse", erinnert sich eine andere Frau. Sie berichtet von einem freundlichen, netten Mädchen, das aber von den Eltern sehr streng behandelt wurde. "Die durfte nichts."

Schwer wiegen dagegen Vorwürfe, die Anwohner vorbringen. Sie berichten davon, dass ein Sohn des 48-Jährigen sich bereits vor neun oder zehn Jahren ans Jugendamt gewendet habe, nachdem sein Vater ihn mit einem Lederriemen verprügelt hatte. "Geschehen ist nichts." Außerdem habe ein anderer Sohn in der Vergangenheit für einige Wochen Zuflucht in der Nachbarschaft gesucht.

Ein ganzes Dorf schaut zu und niemand unternimmt etwas, getuschelt hinter vorgehaltener Hand wurde aber immer!
 


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