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Überfüllter Zug, Polizei musste helfen!

Volker Labes, Berlin

24.04.2011

Ein Intercity der Deutschen Bahn konnte gestern ab Münster nicht mehr weiterfahren, weil der Zug überfüllt war. Nach Angaben der Bahn waren 800 Passagiere an Bord des IC 2310 von Frankfurt am Main nach Westerland auf Sylt. Vor der Einfahrt in den Bahnhof Münster hätten die Zugbegleiterin und der Lokführer gemeinsam entschieden, dass Teile des Zugs geräumt werden müssten, sagte ein Bahnsprecher unserer Zeitung. Dabei ist die Bundespolizei um Amtshilfe gebeten worden. Die Urlauber hatten Türen und Gänge mit ihrem Gepäck zugestellt. "Im Notfall wäre eine schnelle Evakuierung absolut nicht möglich gewesen", so der Sprecher. Fahrgäste hätten über Mitreisende oder Gepäckstücke stolpern können. Aus Sicherheitsgründen habe es deshalb keine Alternative zu der Teilevakuierung gegeben. Reisende, die keine Platzreservierung hatten, wurden aufgefordert, den Zug zu verlassen. Die Fahrgäste haben die Ansage nach Augenzeugen-Berichten mit einer Mischung aus Belustigung und Empörung aufgenommen.

Die Bahn bot allen Reisenden, die den überfüllten Zug in Münster verließen, als Entschädigung einen Reisegutschein über 25 Euro an. Der Intercity fuhr in Münster mit bis 30 Minuten Verspätung weiter. Die Bahn entschuldigte sich. Die Situation sei "unerquicklich" gewesen, sagte der Sprecher. Nach seiner Einschätzung hat das gute Osterwetter dazu beigetragen, dass der Intercity mit "Spontanreisenden" überfüllt war. Eine Verlängerung des Zugs durch zusätzliche Waggons sei wegen des kurzen Bahnsteigs im Zielbahnhof Westerland nicht möglich gewesen. Da es sich um einen Einzelfall handele, gebe es keinen Grund, strukturelle Veränderungen vorzunehmen.

Der Preis für eine IC-Fahrt ist deutlich geringer als ein Ticket für die komfortableren und schnelleren ICE-Züge. Daher werden Intercitys häufig von Schulklassen und Rucksacktouristen genutzt, die auf eine Reservierung verzichten, um die 3,50 Euro Reservierungsgebühr zu sparen. Zu Behinderungen im Bahnverkehr kam es gestern auch im Bereich des Hauptbahnhofs Köln. Dort werden derzeit Weichen ausgetauscht. Die Bahn habe die Fahrgäste frühzeitig über mögliche Verspätungen informiert, hieß es. Bereits am Donnerstag war der Bahnverkehr aus Berlin Richtung Westen durch einen Baukran-Unfall stark behindert worden. Es kam zu Verspätungen bis zu einer Stunde. Wie in jedem Jahr so kam auch diesmal wieder das Osterfest plötzlich und unerwartet könnte man denken!

 

 

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