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27 mal Unfallflucht durch Diplomaten!
Volker Labes, Berlin
21.04.09
55 Unfälle
wurden im vergangenen Jahr durch Mitarbeiter der diplomatischen
Dienste verursacht. 27 mal wurde sich dabei unerlaubt vom Unfallort
entfernt.
Insgesamt
registrierte die Polizei 8398 Ordnungswidrigkeiten von
Diplomaten in Berlin. An der Spitze der Sünderliste standen
dieselben Länder wie 2007: Saudi-Arabien, Russland, Ägypten und
China, gefolgt von Libyen, dem Iran, Polen, Frankreich und
Griechenland.
Eine Strafe dafür gab es nicht - die ausländischen Diplomaten werden
in Berlin nicht vom Gesetzgeber verfolgt. Das erlaubt ihnen ihre
Immunität. Der Staatssekretär in der Innenverwaltung, Thomas Härtel,
gab die Zahlen jetzt auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten
Peter Trapp bekannt. Der Innenpolitiker zeigte sich entsetzt über
die Auswüchse. "Es gibt offenbar Bürger erster und zweiter Klasse",
sagte Trapp. "Während die einen für ihre Vergehen zur Rechenschaft
gezogen werden, drückt man bei den anderen ein Auge zu.
Es kann doch nicht sein, dass man in
einem Gastland nicht auf Recht und Gesetz achtet", kritisierte der
Innenausschussvorsitzende im Abgeordnetenhaus. An der diplomatischen
Immunität wolle er nicht rütteln, sagte der CDU-Parlamentarier,
aber: "Der Senat sollte aber über das Auswärtige Amt auf die
Botschaften einwirken, dass man sich an die Straßenverkehrsordnung
zu halten hat."
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